Inside Landwehrstraße

Eine theatrale Erkundung durch die heilige Straße Münchens.

Nirgendwo in München prallen größere Gegensätze aufeinander. Aber auch nirgendwo funktioniert das Miteinander besser als hier: im Bahnhofsviertel. Ein Viertel, in dem eine heilige Straße – die über 40 Moscheen und Gebetsräume beherbergt – von einer Straße mit versteckten Massageläden und Bordellen gekreuzt wird. Wo ein international erfolgreicher Fotograf, direkt neben einem anatolischen Selfmade – Hotelier lebt. Ein Quartier, in dem ein Franzose seine kleine, gemütlichen Fotoreparatur betreibt, gleich gegenüber eines geschäftigen türkischen Jungfrisörs. Zudem teilt sich hier ein 24 – Stunden Drogennotdienst ein Haus mit einem Balkan-Club, liegt eine katholische Glaubensgemeinschaft ein Stockwerk unter einem islamischen Männerverein, befindet sich ein Büro für Pilgerreisen gegenüber einer Nacktbar. Hier leben Menschen unterschiedlicher Kulturen und Gesellschaften friedlich und problemlos miteinander, und schaffen damit etwas, worüber in Deutschland heftig diskutiert wird: die Multikulturelle Gesellschaft.

»Inside Landwehrstraße« ist das Protrait der Landwehrstraße, die jeder zu kennen scheint, doch die ihr wahres Gesicht hinter Schaufenstern, in geschlossenen Parallelgesellschaften, religiösem Glauben, schmutzigen Eingängen und Hinterhöfen versteckt. Das Geheimnis der Landwehrstraße und ihren Bewohnern deckt der Film durch Portraits der Menschen auf, die für sich allein beeindruckende und bewegende Biografien erzählen und zusammen den Blick auf eine Straße lenken, die die universelle Themen unserer Zeit widerspiegelt: Das Zusammenleben einer Multikulturellen Gesellschaft, die nicht nur verschiedene Sprachen, Bräuche und Gewohnheiten, sondern auch die Ausübung der drei großen Weltreligionen in einer Straße bewältigen muss.

Mit dem Festival „Doing Identity – Bastard München“ haben die Münchner Kammerspiele sechs Wochen lang in Theaterstücken, Ausstellungen, Konzerten, Partys und Diskussionen die Vielfalt der bayerischen Metropole beleuchtet. Menschen, die sonst nicht aufeinandertreffen sind sich begegnet und die, die sich schon kannten, haben sich Sprache und Aussehen geliehen. 

Besetzung:

Mitarbeiter*innen und Klient*innen des L43 – Drogennotdienst

Marhir Zeytinoglu / Hotelier des Hotel Goethe

Gerard Wiener / Foto Wiener

Der Bibelkreis und Mitarbeitende des CVJM

Islamische Gemeinschaft Milli Görüş

Regie: Karnik Gregorian

Dramaturgie: Malte Jelden

Gästeführer: Teoman Altinbas

Ausstattung: Nele Ahrens

Kameramann: Markus Krämer

Assistenz: Julia Reichert

Pressestimmen:

taz / Abendzeitung / theaterkompass

  • Schreibresidenz @ Monacensia
  • Romeo und Julia @ Gorki Theater
  • Heimatbilder
  • Aghet 99 + 1
  • LEAKS
  • N S U 2.0 @ Schauspiel Frankfurt
  • Inside Landwehrstraße