Die Gerichte meines Vaters

Essen ist Erinnerung: Mit dem Film DIE GERICHTE MEINES VATERS erzähle ich, Karnik Gregorian, die Geschichte meines Vaters Kevork Gregorian. Er ist Armenier und wurde 1932 im Osten der heutigen Türkei geboren. Durch die Massaker der Türken an den Armeniern verlor er 1938 einen Großteil seiner Familie und wurde vertrieben. Er fand im schwäbischen Giengen an der Brenz eine neue Heimat. Anhand von fünf Gerichten, die exemplarisch für einzelne Lebensabschnitte stehen, erzählt mein Film die Lebensgeschichte meines Vaters. Cordon Bleu, Bulgur, Bohneneintopf, Sulu Köfte und Brot mit Knoblauchjoghurt – Kevork Gregorians Kochkünste reichen von schwäbischen Spezialitäten bis zu alten armenischen Gerichten seiner Kindheit. Doch für ihn bedeutete das Kochen immer mehr.

Nach dem Tod seiner Ehefrau musste der alleinstehende Vater dreier Kinder erst einmal kochen lernen – im Laufe der Jahre wurde es seine Leidenschaft. Durch die Gerichte drückt er seine Gefühle aus und heute sind sie Wegweiser und Antworten für sein Leben. Jedes Gericht steht für eine bestimmte Epoche in seinem Leben, in jedem steckt seine Herkunft, die Geschichten und Erlebnisse, die er in den siebzig Jahren seines Lebens gemacht hat und damit seine Identität. Diese Gerichte kocht Kevork Gregorian und erzählt mir, seinem Sohn, zum ersten Mal von seinem Leben und Erlebtem. Auch über den Tod der Mutter sprechen wir zum ersten Mal.

Dabei begebe ich mich auch auf eine Reise von der schwäbischen Kleinstadt Giengen an der Brenz an den Ursprung meines armenischen Vaters, der im Osten der Türkei in einem kleinen Dorf geboren wurde. Hier verübte das türkische Militär 1938 ein Massaker an der Bevölkerung, bei dem Kevork Gregorian nicht nur seine Mutter und zwei Geschwister verlor. Nur mit Glück konnte sich der damals Sechsjährige unter einem Stein verstecken und so der Ermordung entgehen. Die Reise führt den Filmemacher bis zum Ararat, dem heiligen Berg der Armenier und damit an den Ursprung seiner eigenen Abstammung als Armenier. Vom Leben seines Vaters, das geprägt ist von Verlust und Tod sowie dem unbedingten Willen weiterzuleben und sein Schicksal anzunehmen, erzählt Karnik Gregorian mit seinem Dokumentarfilm DIE GERICHTE MEINES VATERS.

Das Team

Mit: Kevork Gregorian

Kamera: Bernd Fischer

Schnitt: Uwe Wrobel

Ton: Markus Krämer

Schnittberatung: Gaby Kull-Neujahr

Colorist: Jörg von Baczko

Mischung: Norbert Wilinski

Buch und Regie: Karnik Gregorian

Redaktion: Nicole Baum

Produzentin: Nicole Leykauf

Entwickelt mit Unterstützung des MEDIA-Programms der Europäischen Union.

Gefördert durch die MFG Filmförderung Baden-Württemberg.

Eine Produktion von Leykauf Film in Zusammenarbeit mit ZDF/3sat.

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