Stückentwicklung und Regie: Nuran David Calis
Seit 2018 haben mehr rund 60 Menschen und 70 Institutionen Morddrohungen erhalten, die mit N S U 2. 0 unterschrieben sind. Mehrheitlich werden Frauen bedroht, die sich in ihrer politischen und gesellschaftlichen Arbeit gegen Rassismus, Antisemitismus und für die Rechte von geflüchteten Menschen und hier lebenden Menschen mit einer migrantischen Biografie engagieren. Die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız war die erste Person, die eine Morddrohung mit der Unterschrift »N S U 2. 0« erhielt. Die Verfasser*innen dieser Drohungen beziehen sich dabei auf die Gruppe »Nationalsozialistischer Untergrund«, deren Terror zwischen 2000 und 2007 mindestens zehn Menschen zum Opfer gefallen waren.
Viele Schreiben enthalten persönliche, teils bei Behörden gesperrte Empfängerdaten. In je drei Fällen wurden von Beamten der Polizeien in Hessen, Berlin und Hamburg zuvor Empfängerdaten abgefragt. Bei der Suche nach der Herkunft des Schreibens an Seda Başay-Yıldız führte eine Spur zu einem Computer im Frankfurter Polizeirevier 1 und zu einer Chatgruppe unter Polizeibeamt*innen, in der Hakenkreuze und Judenwitze ausgetauscht werden.
Das Theaterstück N S U 2. 0 lässt Menschen zu Wort kommen, die diese Drohungen bekommen haben, befasst sich mit dem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau, der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und den rechtsextremen Netzwerken in Deutschland. Was bedeutet das Alles für Politik, Bürger*innen und Betroffene?



TEAM
Regie: Nuran David Calis
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Anna Sünkel
Video und Recherche: Karnik Gregorian
Komposition und musikalische Einrichtung: Vivan Bhatti
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt
Licht: Johannes Richter
BESETZUNG






